Geschichte
Die Geschichte dieser schweizerisch-togoleischen Initiative begann im Frühling 1999 im Süden Togos. Vorausschickend ist zu sagen, dass das Projekt nicht mit einer fixen Absicht begonnen wurde, sondern eher "passiert ist" und sich über das letzte Jahrzehnt langsam aber stetig entwickelt hat.
Durch einen Französischsprachaufenthalt lernten sich der heutige Projektleiter in Togo (Aoufoh Sibiti, damals 23 Jahre alt) und der Mitgründer des Trägervereins (Markus Lieberherr, damals 22 Jahre alt) kennen und schätzen. In der Landwirtschaftsschule des CVJM Togo kreuzten sich ihre Wege und schon bald stellen sie viele gemeinsame Ansichten fest. Daraus entwickelte sich eine Freundschaft, die schon bald weitere Kreise ziehen sollte. Am Anfang stand eine bescheidene finanzielle Unterstützung des Schweizers für seinen afrikanischen Freund. Damit unterstützte Aoufoh Sibiti aus freien Stücken seine kleinen Geschwister und weitere Kinder, indem er für ihr Schulgeld, Schulmaterial und Medikamente besorgt war. In der Folge entwickelte der Togoer weitere Ideen, wie man seinen jungen Landsleuten helfen könnte. Parallel dazu entwickelte sich in der Schweiz die finanzielle Unterstützung. Bald gesellten sich einige Bekannte und Familienmitglieder dazu und halfen das wachsende Projekt mitzufinanzieren.
Schneiderausbildung in der Garage
Ein Schneideratelier in Lomé war das erste Projekt , das nebst der schulischen Unterstützung einiger Kinder, angepackt wurde. In einer gemieteten Garage wurden 2002 mechanische Nähmaschinen aufgestellt, um junge Frauen in schwierigen Situationen zu Schneiderinnen auszubilden. 12 Lehrlinge wurden mit Hilfe der lokalen Chefs ausgewählt. Die Hälfte davon blieb bis am Schluss dabei und schaffte die Lehrabschlussprüfung. Eine Quote, die zu denken gab und in der Folge zu verschiedenen begleitenden Massnahmen führte.
Von der Garage in eigene Gebäude
Im Sommer 2002, während dem Besuch von Markus in Togo, wurde eine neue Idee geboren. In Davié, einem Dorf, ca. 40 Kilometer von der Haupstadt Lomé entfernt, sollte ein Kindergarten entstehen. Zusätzlich zum Kindergarten wurden gleich noch weitere Gebäude geplant, um das vorher gemietete Büro und die Garage zu ersetzen.
Diese Bauten überstiegen aber die Möglichkeiten des Trägerkreises. So schlugen wir dem OK des 2h-Laufs des Cevi Grabs vor, einen Teil des Ertrages vom Lauf im Jahr 2003 für den Bau des Zentrums in Davié zu verwenden. Aoufoh Sibiti kam für den Lauf extra in die Schweiz, lief mit und informierte die Anwesenden über die Pläne.
Mit dem Erlös aus dem Lauf bauten wir den Kindergarten, ein Schneideratelier, ein Schulzimmer für die Alphabetisierung der Lehrlinge, WC`s, Dusche, Büro, Sitzungszimmer...
Gründung des P.2T.P Trägervereins
Bis Anfangs Juli 2004 war der Trägerkreis ein kleine Gruppe von Freunden und Verwandten , die mithalfen die Finanzen für das Projekt aufzubringen.
Am 6.Juli 2004 wurde der lose Trägerkreis in der Schweiz von einem Trägerverein abgelöst. Zuvor wurde es in Togo schon Zeit die Arbeit in strukturierte Formen zu bringen und so wurde dort der Verein (un pour tous, tous pour un) gegründet. Dieser etwas umständliche Name soll die afrikanische Solidarität in Worte fassen. Abgekürzt wurde dieser Slogan mit P.2T.P ( un Pour Tous, Tous Pour un). Am 20. September 2004 wurde P.2T.P in Togo als Verein anerkannt (siehe Urkunde rechts)
Erweiterung in den Norden
Während eines einjährigen Aufenthaltes (2004-2005) von M. Lieberherr in Togo entstand die Idee, die Arbeit in den weniger urbanen Norden des Landes zu erweitern. Eine erste Reise in die Savanne wurde unternommen. Die 20`000 Quadratmeter Land, auf denen heute unser zweites Ausbildungszentrum steht, bekamen wir unkompliziert geschenkt. Zwischen der Vision und der Umsetzung vergingen dann noch 5 Jahre. Gegen Ende des Jahres 2011 sind alle geplanten Aktivitäten im Norden lanciert. Unser Ausbildungszentrum in der "region des savannes" enthält eine Schneiderschule mit 27 Lehrtöchter, einen Kindergarten, ein Schulzimmer für die Alphabetisierung, für Kurse über Frauenrechte und Gesundheitslehre und einen Konferenzraum, der zum Beispiel für Lehrabschlussprüfungen schon genutzt wurde und im Jahr 2012 komplett eingerichtet sein wird.
(Einen filmischen Rundgang durch das Zentrum im Norden finden Sie auf dieser Homepage unter Medien-Videos)
